Die europäischen Alt- & Kriegsparteien haben extreme Probleme sich auf die geänderte Globalpolitik im Zuge der Zeitenwende einzustellen: Während die USA ihre Rolle als Weltpolizist aufzugeben haben, stehen ihre alten Hilfswilligen in Europa vor dem Problem, für die vormals gemeinsam betriebene Kriegspolitik, plötzlich ganz allein verantwortlich zu sein.
Deutschland einmal mehr gegen die Achse Russland – USA
Scott Ritter im Interview durch Gegenpol als
Transkript in deutscher Übersetzung
Gegenpol: Die Bundestagswahl in Deutschland hat den CDU Vorsitzenden Friedrich Merz zum strahlenden Sieger gekürt. Merz wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Bundeskanzler, möglicherweise in einer Koalition mit der SPD. Die AFD wurde mit über 20% der Stimmen zweitstärkste Partei.
Merz hat sich in der Vergangenheit für einen noch härteren Kurs gegen Russland ausgesprochen und Kiew die Lieferung der Taurus Marschflugkörper zugesichert. Wohin steuert Deutschland unter Merz? Welche Perspektiven siehst Du für Deutschland nach der Wahl?
Scott Ritter: Überhaupt keine! Ich sehe, wie die Regierung unter Merz innerhalb von sechs Monaten zusammenbricht, weil man versuchen wird, es mit den Vereinigten Staaten von Amerika in einer Angelegenheit aufzunehmen, die von ihr als kritisch für ihre nationale Sicherheit angesehen werde:
Infolgedessen wird er [Merz] als Feind der Vereinigten Staaten von Amerika gelten. Wir werden ihn und Deutschland zerstören, indem wir sie zu unseren Feinden erklären.
„Das deutsche Volk hat seine Wahl getroffen!“
Sie wussten, welche Konsequenzen diese Wahl haben würde und ich habe kein Mitleid mit ihnen!
Gegenpol: US-Präsident Donald Trump hat Merz nach der Wahl zügig gratuliert. Er sprach von einem Sieg der konservativen Kräfte und einem „großartigen Tag für Deutschland“. Während des Wahlkampfes hatte sich sowohl US-Vizepräsident J.D. Vance als auch der US-Unternehmer und enge Trump Vertraute, Elon Musk für die AFD stark gemacht und sie sogar als „einzige Rettung“ für Deutschland bezeichnet. Woher kommt der Sinneswandel im Lager von Trump? Betreibt Trump Realpolitik? Welche Perspektiven für die deutsch-amerikanischen Beziehungen siehst Du?
Scott Ritter: Trump hat gar nichts getan. Einige Leute glauben, dass er das konservative Etikett vielleicht mit dem Etikett einer anderen Partei verwechselt hat. Trump wird keine politische Initiative der neuen deutschen Regierung unterstützen. Wie ich bereits gesagt habe, wird die [neue Regierung] Deutschlands in die genau entgegengesetzte Richtung – entgegen den Vereinigten Staaten – arbeiten:
„Deshalb werden die Vereinigten Staaten die deutsche Wirtschaft zerstören!“
Ich möchte das deutsche Volk daran erinnern, dass 80% Ihres flüssigen Erdgases aus den Vereinigten Staaten stammen. Wir können Ihre Wirtschaft im Handumdrehen zum Stillstand bringen. Jederzeit, momentan und sofort! [Anmerkung der Redaktion: Das von den USA gelieferte Flüssiggas kommt tatsächlich aus Russland. Die USA agieren nur als Zwischenhändler. Das könnte sich künftig noch auf weitere Rohstoffe erstrecken.] Die Deutschen können nichts dagegen unternehmen – sie spielen nur dumme Spielchen. Wir versuchen, Frieden mit Russland zu schließen, doch, Deutschland versucht, Krieg gegen Russland zu führen!
Ein Krieg mit Russland könnte zu einer atomaren Eskalation führen. Das würde den Tod aller Amerikaner bedeuten, doch:
„Die Deutschen sind uns egal: Wenn ihr Euch umbringen wollt – nur zu!“
Aber Deutschland wird uns nicht mit in den Abgrund reißen. Die Trump-Regierung ist eine Regierung, welche die Welt in Schwarz und Weiß einteilt: Entweder man ist für oder gegen uns!
Ich denke, in den kommenden Tagen werden die Deutschen herausfinden, welchen Preis sie zu zahlen haben, falls sie sich gegen die Vereinigten Staaten stellen!
Gegenpol: Schauen wir auf die Ukraine nach der Eskalation des Streits zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten. Wladimir Selenskyj bot Trump herausfordernd seinen Rücktritt unter der Bedingung an, falls die Ukraine in die NATO aufgenommen würde. Trump scheint sich indes völlig von Selenskyj entfernt zu haben und fordert den Transfer ukrainischer Bodenschätze als Gegenleistung für 350 Milliarden US-Dollar, welche Washington bislang an Kiev geleistet hätte. Selenskyj weigert sich bislang einem solchen Deal zuzustimmen. Erleben wir die letzten Tage von Selenskyj als ukrainischen Präsidenten und wird Trump seinen Seltene-Erden-Deal letztlich bekommen?
Scott Ritter: Trump wird seinen Deal mit den Seltenen-Erden und noch mehr bekommen:
„Wir erleben die letzte Phase des Selenskyj-Regimes, doch niemanden interessiert, was Selenskyj sagt, denkt oder macht: Er ist irrelevant!“
Wir halten Selenskyj heute nur im Spiel, weil die Vereinigten Staaten und Russland dabei sind, den Rahmen für eine neue strategische Beziehung abzustecken. Selenskyj, die Ukraine und Europa sind zu dieser Diskussion nicht eingeladen, weil sie diesbezüglich irrelevant sind.
Würden wir Selenskyj zu früh entfernen, würde es eine neue ukrainische Regierung geben, die sagen könnte: „Moment mal, wir sind nicht Selenskyj, wir sind die Ukraine. Lasst uns mit an den Tisch. Wir sollten daran beteiligt sein!“ Es wäre schwierig, solch eine Stimme zu überhören. Also werden wir Selenskyj so lange behalten, bis wir unser Abkommen mit Russland fertigkriegen. Erst zu diesem Zeitpunkt werden wir Selenskyj mitteilen, dass er zu gehen hätte und die Ukraine wird gezwungen sein, dem zuzustimmen, weil es die Vereinigten Staaten und Russland ihr vorschreiben würden. Europa besitzt kein Sagen zu diesem Thema und hat dabei nichts zu melden. Europa wird diesbezüglich keinen Einfluss ausüben und machtlos bleiben!
Gegenpol: Nach dem Treffen in Riad zwischen dem russischen Aussenminister Segey Lawrow und seinem US-Amtskollegen Marco Rubio kursierten Meldungen, wonach es noch vor Ablauf des Monats zu einem Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin kommen könnte. Beide Seiten haben das weder bestätigt noch dementiert. Es scheint jedoch erwiesen, dass die Vorbereitungen im Hintergrund bereits laufen. Wann könnten wir so einen Trump-Putin Gipfel erleben und welche Ergebnisse liesse so ein Treffen erwarten?
Scott Ritter: Nochmals: Ich meine, dass es sich dabei um Vorrechte der Vereinigten Staaten und der russischen Regierung handle. Obschon ich mir nicht ganz sicher bin, möchte ich meine Einschätzung abgeben, wie die Bühne bereitet werden könnte:
Wir könnten mit einem Rahmenabkommen [zwischen USA und Russland] zu tun haben, welches auf dem Konzept der wirtschaftlichen Zusammenarbeit aufbaut und die Beziehungen und Normalisierung zwischen den beiden Nationen wiederherstellt, sowie Beschränkungen aufhebt, die für die Botschaften und diplomatisches Personal bisher galten.
Wladimir Putin hat Seltene-Erde-Mineralien Russlands im Wert von sieben Billionen US-Dollar als potenzielle Quelle einer möglichen gemeinsamen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Vereinigten Staaten und Russland auf den Tisch gelegt.
Ich denke, dass beide Länder solches betrachten werden – etwas, was die amerikanisch-russischen Beziehungen in wirtschaftlicher Hinsicht neu definieren könnte und uns von den militärisch geprägten, feindseligen Beziehungen der Vergangenheit wegführen würde.
Gegenpol: Vergangene Woche kursierte die Meldung, Trump habe die EU aufgefordert binnen drei Wochen den Kapitulationsbedingungen für die Ukraine zuzustimmen, anderenfalls die USA sich komplett militärisch aus Europa zurückziehen wollten. Hältst du diese Meldungen für authentisch? Pokert Trump tatsächlich mit einem Truppenabzug aus Europa und was würde das für Europa bedeuten?
Scott Ritter: Trump spielt nicht Poker: Die amerikanischen Truppen werden sich auf jeden Fall aus Europa zurückziehen. Wir haben die strategische Entscheidung getroffen, um uns aus Europa zurückzuziehen. Wir werden nicht zulassen, dass die NATO in Zukunft zum Motor der amerikanischen Außenpolitik und nationalen Sicherheitspolitik werde. Die amerikanischen Stützpunkte in Deutschland werden geschlossen – komme, was wolle. Es ist nur eine Frage des Zeitpunkts.
Ich denke, Polen ist eine andere Frage: Pete Hegseth hatte bei seinem Besuch in Polen nicht nur über den Verbleib amerikanischer Truppen gesprochen, sondern sogar darüber, ggfs. einige US-Truppen von Deutschland nach Polen zu verlegen, bis die Grenzprobleme in der Ukraine gelöst wären. Nach Lösung der ukrainischen Grenzfragen, werden sich die Vereinigten Staaten meiner Meinung nach auch aus Polen zurückziehen.
Wir glauben, dass die Trump-Regierung davon ausgeht, dass die europäische Sicherheit ein Problem der Europäer sei und die Vereinigten Staaten dabei keine Rolle spielen sollten. Wir wollen nicht [weiterhin] den Weltpolizist abgeben, um hier die Rechnungen [für Europa]zu begleichen. Europa muss selbst entscheiden, was die Bedrohungen wären und Sie müssen selbst entscheiden, wie Sie mit diesen fertig werden wollten.
Die Vereinigten Staaten werden Russland nicht länger als Bedrohung betrachten und kein Europa unterstützen, das Russland als Bedrohung ansähe. Europa hat die Wahl: Entweder bankrott zu gehen und wirtschaftlich und geopolitisch in Irrerelevanz zu versinken oder auf den Friedenszug aufzusteigen und zu lernen, mit Russland, einem Nachbarn, den es sich nicht wegdenken kann, umzugehen. Es muss lernen in Harmonie bzw. in friedlicher Zusammenarbeit [mit Russland]zu leben.
Gegenpol: Russland bereitet schon akribisch die Feierlichkeiten zum 80 Jahrestag des Sieges über den Faschismus vor. Am 9. Mai wird es eine grossangelegte Militärparade geben – vielleicht eine der größten in der russischen Geschichte. Zahlreiche internationale Gäste, wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und sein slowakischer Amtskollege Robert Fico haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Rechnest Du damit, dass der Ukrainekonflikt bis dahin beendet sein und Putin am 9. Mai dieses Jahres auch den Sieg über die Ukraine feiern lassen könnte?
Scott Ritter: Ich denke, Wladimir Putin und Russland werden den 9. Mai 2025, als den 80. Jahrestag der Niederlage Nazi-Deutschlands durch die Alliierten, begehen: Das wäre es – dafür steht dieser Tag!
Ich glaube nicht, dass Putin versuchen werde, dieses Datum zu instrumentalisieren, indem er es zu einem Sieg über die Ukraine oder etwas in dieser Art umdeutet. Nur, falls die Kalenderdaten beider Ereignisse [zufälligerweise] übereinstimmten, würde es so sein.
„Aber das Hauptaugenmerk wird auf dem 80. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland liegen!“
Warum sollte man ein solch bedeutsames Ereignis entwerten und es mit aktuellen Ereignissen beschmutzen? Und das zu einer Zeit, in der Russland versucht, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren:
Man sollte vielmehr eine amerikanische Präsenz an der Siegesparade am 9. Mai vorziehen, um den gemeinsamen Sieg über Nazi-Deutschland zu feiern. Es sollte nicht darum gehen, dass Amerikaner zugegen wären, während Russland den Sieg über die Ukraine feierte. Ich glaube also nicht, dass Russland künstlich versuchen wollte, den Ukraine-Konflikt mit den Feierlichkeiten zum 9. Mai zu verknüpfen.
Aber ich bin kein Russe, um zu wissen, was die russische Regierung zu tun gedenkt. Doch, die Russen und Wladimir Putin haben diesen Krieg nie vom Kalender abhängig gemacht. Für sie ging es stets um die Ziele. Dazu denke ich, dass es komplizierter scheint, als viele Menschen denken, um den Ukraine-Konflikt zu beenden:
„Es wird einfacher sein, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren, als diesen Konflikt zu beenden!“
Gegenpol: US-Präsident Trump schießt scharf gegen BRICS. Er drohte ihnen jüngst mit Straftarifen in Höhe von 150%, falls Sie Ihr Vorhaben zur Ablösung des US-Dollars als Welthandelswährung nicht aufgäben. Triumphierend fragte Trump anwesende Journalisten: „Habt Ihr in letzter Zeit was von den BRICS gehört? Die BRICS Staaten haben sich schon aufgelöst!“ Was sagst Du dazu? Hat Trump BRICS tatsächlich einen empfindlichen Dämpfer versetzt bzw. warum schweigen letztere dazu?
Scott Ritter: Zunächst einmal denke ich, dass in Bezug auf die Ent-Dollarisierung eine Fehlinterpretation vorliegt. Die BRICS-Staaten wollten keinen Weg der Ent-Dollarisierung einschlagen. Der Dollar ist die globale Reservewährung, welche eine bequeme und sinnvolle Währung für alle Beteiligten wirtschaftlich darstellt. Wie Wladimir Putin jedoch [richtig] angemerkt hat: Es waren nicht Russland oder die BRICS-Staaten, die sich vom Dollar abgewandt hätten – vielmehr habe sich der Dollar von Russland und den BRICS-Staaten abgewandt.
Die Androhung von Straf-Tarifen durch Donald Trump ist eine Sache, doch die Realität erfordert, dass Donald Trump den Dollar [wieder] verfügbar machen muss, um einer Ent-Dollarisierung zuvorzukommen: Und das wird er tun!
Um ein Beispiel zu nennen: Die geplante [neue] wirtschaftliche Wechselbeziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Russland wird nicht stattfinden können, ohne zuvor alle Sanktionen gegen Russland inklusive zur Verwendung des Dollars wieder aufzuheben. Das würde sich in Folge auch auf Indien, China, Brasilien und andere auswirken. Damit würde die Notwendigkeit [der Einführung] einer BRICS-Währung, was übrigens extrem ineffizient, kostspielig und unpraktisch wäre, hinfällig machen.
Zugleich könnte so Trump einen Sieg, als wäre es die einfachste Sache der Welt, erklären. Alles, was man tun müsste, wäre den Dollar verfügbar zu machen, der dann zum [alten] Status zurückkehren würde.
Was die BRICS-Staaten selbst angeht, so haben alle BRICS-Staaten erklärt, dabei bleiben zu wollen. Brasilien steht im Wort den nächsten Gipfel der BRICS-Staaten abzuhalten. Andere Nationen drängen dazu von BRICS aufgenommen zu werden.
Ich denke, dass Trump diesbezüglich falsch liegt. Die BRICS-Staaten werden bleiben, aber die BRICS-Staaten werden nicht aktiv nach einer Alternative zum Dollar suchen. Das könnte dann von den Vereinigten Staaten als Sieg verbucht werden!
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Das Video von Gegenpol im Original und mit Untertiteln: Hier
Übersetzung: UNSER MITTELEUROPA
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