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Weltkriegsgefahr – Tanz auf dem Vulkan

Die Situation rund um den Ukrainekonflikt verschärft sich täglich und droht am Ende in einen offenen Krieg zwischen Russland und dem „Friedensprojekt“ EU zu münden. Die Narrative beider Seiten sind unversöhnlich: Die EU will die Ukraine gegen russische Aggression verteidigen. Russland hingegen betrachtet diesen Krieg als verdeckten Krieg der EU, der durch ukrainische Hände geführt wird.

Von FRANZ FERDINAND | Der Konflikt begann unbestreitbar mit dem CIA-Putsch 2014 und dem Sturz des gewählten Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Der zugrunde liegende Konflikt war aber das Assoziierungsabkommen mit der EU, das innerhalb der Ukraine umstritten war. Treibender Faktor in diesem Konflikt war der Ausdehnungswahn der EU, der letztendlich erst zu einem Bürgerkrieg und danach zu dem militärischen Eingreifen Russlands führte.

Appetit auf mehr

Wie man weiß, begnügt sich die EU nicht mit der Ukraine, sondern hat noch mehr Appetit auf Gebiete im postsowjetischen Raum wie z.B. Armenien. Dies weckt in Russland unweigerlich Erinnerungen an all die Eroberungsversuche des Westens in den vergangenen Jahrhunderten.

Die EU-Eliten maßen sich ein Art Naturrecht an, die EU unter dem Banner Demokratie und Menschenrechte beliebig zu erweitern. Die Instrumente dafür sind Propaganda, Bestechung und letztendlich auch militärische Aggression, wie man es zum ersten Mal am Beispiel Serbiens sah.

Die EU an Diplomatie nicht interessiert

Der Teilrückzug der USA aus diesem Konflikt unter Donald Trump hat leider zu keiner Beruhigung geführt. Alle Versuche Donald Trumps in der Ukraine eine Friedenslösung herbeizuführen scheiterten letztendlich an der EU, die auf Kosten der EU-Bürger diesen Konflikt offenbar endlos durchfinanzieren möchte. Das Ziel dieses Unterfangens wird gar nicht verheimlicht: es geht darum, Russland eine strategische Niederlage beizubringen und letztendlich einen Regime-Change in Russland selbst herbeizuführen!

Hoffnung auf russische Mitläufer

Man hofft offenbar auf eine Art Boris Jelzin 2.0, mit dem man dann nach Belieben Schlittenfahren kann. Der Denkfehler ist bloß der, dass es einen derartigen Politiker im heutigen Russland nicht gibt. Im Grunde ist es derselbe Denkfehler, der Donald Trump im Iran unterlaufen ist! Durch die Aggression der USA gegen den Iran wurden nur noch radikalere Kräfte mobilisiert.

Ähnlich ist es in Russland: es treten Kommentatoren auf, die für eine wesentlich entschiedenere Haltung Russlands gegen den Wertewesten plädieren wie zum Beispiel der Politikwissenschaftler und Historiker Sergej Karaganow  (https://multipolar-magazin.de/artikel/interview-karaganow). Karaganow befürwortet, dass Russland die Eskalationsdominanz bis hin zu dem Einsatz von Atomwaffen übernehmen muss, um so die in der westlichen Bevölkerung verlorengegangene Angst vor einem Atomkrieg wieder herzustellen.

Atomwaffendoktin verschärft

Entsprechend wurde die russische Atomwaffendoktrin bereits angepasst:

💥 In der aktualisierten Fassung des Dokuments wird vorgeschlagen, dass eine Aggression gegen Russland durch einen Nicht-Kernwaffenstaat, aber mit Beteiligung oder Unterstützung eines Kernwaffenstaates, als gemeinsamer Angriff auf die Russische Föderation betrachtet werden sollte.

💥Des Weiteren droht Moskau mit nuklearer Vergeltung nicht nur für den Fall eines Atomangriffs. Eingeschlossen ist auch ein konventioneller Angriff auf Russland oder den Verbündeten Belarus, wenn er „eine kritische Bedrohung für deren Souveränität und/oder deren territoriale Unversehrtheit darstellt“.

All die Angriffe der Ukraine in die Tiefe Russlands sind daher ein Spiel mit dem Feuer!

Ein Beispiel für einen derartigen Angriff könnte die Operation Spiderweb gewesen sein: dabei wurde 2025 die strategische Bomberflotte Russlands (4000 km von der Ukraine entfernt) mit Drohnen angegriffen, die mit Hilfe von Lastwagen herangeführt wurden. Es war eigentlich mehr ein Terroranschlag, als eine militärische Operation. Das Perfide daran war, dass Russland nach dem New-START-Vertrag zwischen den USA und Russland dazu verpflichtet ist, diese Flugzeuge in offenen Hangars oder auf einem Rollfeld zu platzieren. Dies ist als vertrauensbildende Maßnahme gedacht. Russland könnte einen derartigen Angriff als Beginn eines Erstschlages interpretieren!

Man sieht an diesem Beispiel, wie gefährlich nahe wir durch ständige Eskalationen an den Ausbruch eines Atomkrieges herankommen. Dabei versuchen die westlichen Eliten sich selbst und die westliche Bevölkerung ständig zu beruhigen. Beispielsweise erklärte der Militärexperte Gustav Gressel unlängst: Die Bereitschaft des Kremls, Atomwaffen einzusetzen, werde „ständig überschätzt“! Dies ist ein typisch orwellsches Doppeldenk: Einerseits sei Wladimir Putin ein schlimmer Kriegsverbrecher wie dereinst Adolf Hitler, andererseits vertraut man darauf, dass er schon keinen Atomkrieg vom Zaun brechen wird und stattdessen eine Niederlage in einem konventionellen Krieg hinnehmen wird. Diese Vorstellung ist absolut aberwitzig. Insbesondere setzt man voraus, dass Putin als Politiker eine Niederlage in einem konventionellen Krieg überlebt!

Der interne Druck auf Putin, diesen Krieg schnell zu beenden wird immer größer!

Wladimir Putin erklärte unlängst, dass der Krieg in der Ukraine bald zu Ende gehen wird. Die westlichen Medien interpretierten diese Aussage entsprechend dem herrschenden Wunschdenken: Russland kann sich diesen Krieg nicht mehr leisten und wird bald kapitulieren. Man muss bloß an der Eskalationsschraube munter weiterdrehen!

Obendrein gab es Putschgerüchte, die Manche ebenfalls im Sinne des Wertewestens interpretierten. Kommentatoren mit Restverstand erklärten aber unisono, dass an diesen Putschgerüchten nichts dran sei. Der Grund ist einfach: jeder Kommentator, der mit der Situation in Russland einigermaßen vertraut ist weiß, dass Wladimir Putin der am westen-freundlichste Politiker Russland ist. Wer immer Putin nachfolgen wird, wird gegenüber der EU eine wesentlich aggressivere Haltung einnehmen.

Man will das Risiko das man eingeht, herunterspielen und die Bevölkerung des Wertewestens einlullen! Die Situation in der wir uns befinden, ist durchaus vergleichbar mit der Situation unmittelbar vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der dann durch das vergleichsweise unbedeutende Attentat auf den österreichischen Thronfolger ausgelöst wurde.

Man kann also die Strategie der EU und insbesondere die Deutschlands gegenüber Russland nur als extremes Hasardspiel auf dem Rücken der Bürger betrachten: Auf der einen Seite steht die EU als atomarer Zwerg und auf der anderen Seite steht Russland, das weltweit über die meisten Atomwaffen verfügt. In der Vergangenheit verließ man sich auf den atomaren Atomschirm der USA, der aber sogar im Kalten Krieg mehr als unsicher war, wie beispielsweise der Ex-General Erich Vad darlegte (https://www.youtube.com/watch?v=cGYWYK2rVpE).

Von den USA unter Trump kann man eine derartige Rückversicherung sowieso nicht erwarten!

Die atomare Null Deutschland will nun bis 2029 kriegstüchtig werden, weil da angeblich der Angriff Russlands droht! Bis 2039 will Deutschland die stärkste Armee Europas haben! Man beachte das Datum, exakt hundert Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges! Alleine diese Symbolik muss im Kreml alle Alarmglocken aktivieren!

In der Zwischenzeit gehen die meisten Kommentatoren und Analysten in Russland davon aus, dass vor allem Deutschland wieder Krieg mit Russland will! Der aktuelle Besuch des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius in Kiew liefert dafür wieder die Argumente! Dabei müssten den handelten Politikern in Deutschland klar sein, dass sie mit der Existenz des wiedervereinigten Deutschlands spielen, da man bereits jetzt den 2 plus 4 Vertrag verletzt, der die Basis der staatlichen Existenz Deutschlands ist.

Wenn es dem Wähler nicht gelingt, in den nächsten Jahren wieder verantwortungsbewusste Politiker in Deutschland, sowie in den Zeiten des Kalten Krieges, an die Macht zu bringen, die auf Diplomatie statt auf Konfrontation setzen, sieht die Zukunft speziell Deutschlands trist aus! Ein Krieg mit Russland wird unvermeidlich!



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