Start

Prag zieht die Euro-Bremse: Die Krone soll bleiben

Tschechische Regierung zieht eine zusätzliche Hürde gegen die Einführung des Euro hoch. Das Kabinett von Ministerpräsident Andrej Babiš unterstützte am 26. Oktober einen Vorschlag, die tschechische Krone in der Verfassung zu verankern. Ein künftiger Währungswechsel würde damit eine breite parlamentarische Zustimmung voraussetzen.

Erforderlich wären drei Fünftel aller Abgeordneten sowie drei Fünftel der anwesenden Senatoren. Eine einfache Regierungsmehrheit könnte die nationale Währung dann nicht mehr abschaffen. Beschlossen ist die Verfassungsänderung allerdings noch nicht.

Obwohl die Regierungsjuristen eine neutrale Stellungnahme empfohlen hatten, stellte sich das Kabinett hinter den Vorstoß. Die Verankerung der Krone gehört zu den politischen Zielen der Regierung. Für 2027 ist außerdem eine Initiative vorgesehen, die das Recht auf Besitz und Verwendung von Bargeld absichern soll.

Aus souveränitätspolitischer Sicht geht es um mehr als Banknoten: Wer die eigene Währung aufgibt, überträgt geldpolitische Entscheidungen auf das Eurosystem. Über einen solchen Schritt sollte deshalb mehr entscheiden als eine vorübergehende parlamentarische Mehrheit.

Bulgarien – Der Euro schützt nicht vor steigenden Preisen

Dass die Gemeinschaftswährung keine Garantie für stabile Lebenshaltungskosten bietet, zeigt Bulgarien. Das Land ersetzte den Lew am 1. Januar 2026 durch den Euro. Im September lagen die Verbraucherpreise nach Angaben des nationalen Statistikamtes 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau und 4,2 Prozent über dem Stand vom Dezember 2025.

Auch die Euro-Umstellung hat zur Verteuerung beigetragen: Währungsumrechnung und Aufrundungen ließen einzelne Alltagspreise steigen, insbesondere bei Dienstleistungen. Die von der bulgarischen Zentralbank angeführten Schätzungen beziffern den einmaligen zusätzlichen Inflationseffekt auf 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte.

Beitrittsverpflichtung ohne festes Datum

Tschechien verpflichtete sich mit seinem EU-Beitrittsvertrag grundsätzlich zur Einführung des Euro. Die Bürger stimmten dem Vertrag 2003 in einem Referendum zu; ein konkreter Einführungstermin wurde nicht festgelegt.



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar.

Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.





Redaktion3

Recent Posts

US-Midterms 2026: Schwere Niederlage für Trump – Demokraten gewinnen beide Kammern

Die US-Midterms vom 3. November 2026 haben die politischen Machtverhältnisse in den Vereinigten Staaten deutlich…

20 Stunden ago

Demo-Verbot soll Frankfurt vor neuen Krawallen am 20. November retten

+ Trump stoppt US-Hilfe für Israel bis Jahresende + Bulgarien will sich an weiteren EU-Hilfen…

20 Stunden ago

BUCHVORSTELLUNG: Die Gleichschaltung des Internets durch den Digital Services Act

Der Enthüllungsbericht des US-Untersuchungsausschusses deckt eine sich über ein Jahrzehnt hinziehende echte Verschwörung der EU-Kommission…

20 Stunden ago

Patriotismus und Neutralität

Österreich: In einem richtungsweisenden Artikel hat FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sofortige Neuwahlen gefordert: „Die Ampelregierung hat…

20 Stunden ago

Tschechische Armee nicht für schweren Konflikt gerüstet – Präsident Pavel warnt vor Defiziten

Die tschechische Armee ist nach Einschätzung von Präsident Petr Pavel nicht auf einen schweren militärischen…

20 Stunden ago

Bill Gates warnt vor KI-Katastrophe mit einer Milliarde Toten

strong>Bill Gates meldet sich mit einer apokalyptischen Warnung zurück. Künstliche Intelligenz sei inzwischen so mächtig,…

20 Stunden ago