Nach dem Wahlsieg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich dennoch eine Fortsetzung der Regierung unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ab. Möglich wäre ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen. Für die CDU endete die Landtagswahl dagegen mit einem historischen Absturz.
Schwerin/Berlin – Schwesig will ihre Arbeit als Ministerpräsidentin fortsetzen. Nach der Wahl kündigte sie Gespräche mit den anderen demokratischen Parteien an. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnen die übrigen im Landtag vertretenen Parteien ab. Damit spricht die Sitzverteilung derzeit für Verhandlungen über ein rot-rot-grünes Bündnis.
Merz spricht von „tiefer Zäsur“ und „Desaster“
Besonders schwer wiegt das Ergebnis für die CDU. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik scheitert die Partei bei einer Landtagswahl an der Einzugshürde und ist damit in einem Landesparlament nicht mehr vertreten. 2021 hatte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern noch 13,3 Prozent erreicht.
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz bezeichnete das Ergebnis als „tiefe Zäsur“. Bereits am Wahlabend hatte er vom Abschneiden seiner Partei als einem „Desaster“ gesprochen. Trotz der Niederlagen bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin will Merz seinen politischen Kurs auf Bundesebene fortsetzen.
In der Landes-CDU begann unterdessen die Aufarbeitung der Niederlage. Der frühere Landes- und Fraktionschef Eckhardt Rehberg machte insbesondere die Bundespolitik für das Abschneiden verantwortlich.
AfD beansprucht Regierungsauftrag
Die AfD wertete ihr Ergebnis dagegen als Auftrag zur Regierungsbildung. Ihr Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm kündigte an, den anderen Parteien Gespräche anzubieten. Eine Koalition mit der AfD lehnen diese jedoch ab. Damit dürfte die Partei trotz ihres Wahlsiegs zunächst keine Regierung bilden können.
Sollte SPD, Linken und Grünen die Bildung einer Koalition gelingen, wäre die AfD zugleich die einzige Oppositionsfraktion im neuen Schweriner Landtag.
Holm machte bereits deutlich, dass seine Fraktion angesichts ihrer Stärke parlamentarische Führungspositionen beanspruchen werde. Zudem kündigte die AfD politische Initiativen für die kommende Legislaturperiode an.
+++ UPDATE v. 20.09.2026 20:30 Uhr +++
Schwerin – Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern beginnen die Parteien mit den Beratungen über die Bildung einer neuen Landesregierung. Nach dem vorläufigen Ergebnis wurde die AfD stärkste Kraft vor der SPD. CDU und BSW scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.
Rechnerisch möglich ist eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) könnte damit im Amt bleiben.
Die Landesvorstände wollen am Abend den Wahlausgang beraten. Am Dienstag kommen die neu gewählten Abgeordneten zu ersten Fraktionssitzungen zusammen. Die AfD will dabei bereits ihre Fraktionsführung wählen. Die SPD trifft sich mit bisherigen und neuen Abgeordneten im Schweriner Schloss.
+++ UPDATE 20:30 Uhr +++
Die CDU liegt nur noch bei 5 % und zittert weiter um den Einzug. Das BSW ist draußen.
Nach der ARD-Hochrechnung von 19:57 Uhr liegt die SPD bei 35,7 Prozent (Landtagswahl 2021: 39,6 Prozent). Die AfD kann ihr Ergebnis von der letzten Landtagswahl mehr als verdoppeln und erreicht 37,9 Prozent. Die CDU mit Spitzenkandidat Daniel Peters verliert massiv und erreicht nur noch 5,0Prozent (2021: 13,3 Prozent).
+++ UPDATE 19:00 Uhr +++
Die CDU fährt in MV ein historisch schlechtes Ergebnis ein und muss sogar um den Einzug in den Schweriner Landtag bangen. Aktuell stehen die Christdemokraten in den Hochrechnungen bei 5,1 bis 5,3 Prozent. „Wir führen hier einen Überlebenskampf und deshalb wird das hier ein sehr langer Wahlabend“, sagt ein zerknirschter Spitzenkandidat Daniel Peters. Der CDU-Landeschef spricht von einer „sehr, sehr schweren Stunde“.
Philipp Amthor spricht von historischer Niederlage
Der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, Philipp Amthor (CDU), sieht in dem sich abzeichnenden Wahlergebnis seiner Partei eine historische Niederlage und Zäsur, nach der sich die CDU neu sortieren müsse.
+++ Erstbericht 18:00 Uhr +++
Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt. Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte konnten ihre Stimme abgeben. Wir berichten Im Liveticker über die Prognose, Hochrechnungen, Reaktionen und alle Ergebnisse.
Bevor aus den Daten der sogenannten „Exit-Polls“ die 18-Uhr-Prognose erstellt wurde, wurde sie gewichtet. Da die Nachwahlbefragung freiwillig ist, können nicht alle Wählerinnen und Wähler nach ihrem Wahlgang erfasst werden, sondern nur diejenigen, die teilnehmen wollen. Die Daten der anderen fehlen und werden mithilfe spezieller Gewichtungsmodelle ergänzt.
Die erste Prognose: