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Bundeswehrführung und Politik gefährden die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland. Liegt jetzt ein Verstoß gegen den Waffenstillstand mit Russland oder gegen die 2+4-Verträge vor? Ein Gastbeitrag von Frank W. Haubold.
Man sollte sich nichts vormachen: In jedem Land der Welt werden in Militär- und Geheimdienstkreisen Themen und Szenarien besprochen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Doch im Fall des am 1. März 2024 von Russland veröffentlichten Audiomitschnitts eines Gesprächs zwischen hochrangigen Offizieren der Luftwaffe wurde von den Beteiligten eine Grenze überschritten, die nicht nur außenpolitisch hochbrisant ist, sondern auch die Frage aufwirft, inwieweit die Bundeswehr und einige politische Akteure noch auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.
Der Auftrag der Bundeswehr ist im Grundgesetz Art 87a wie folgt geregelt:
(1) Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.
(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zulässt.
Solche expliziten Ermächtigungen eines Einsatzes der Bundeswehr enthält das Grundgesetz nur für:
Wenn nun aber hochrangige Bundesoffiziere ernsthaft darüber debattieren, wie und gegen welche russischen Ziele von der Bundesrepublik an die Ukraine gelieferte Marschflugkörper eingesetzt werden können und wie man die Beteiligung der Bundeswehr am besten verschleiern könnte, dann wird der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr nicht nur überdehnt, sondern die Beteiligten verstoßen sogar gegen die eigenen verteidigungspolitischen Richtlinien, nämlich gegen den Kernauftrag der Landes- und Bündnisverteidigung, der sich auf das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik und das der Bündnispartner beschränkt. Es sei daran erinnert, dass die Ukraine weder Mitglied der NATO noch der EU ist.
Das ist auch keine böswillige Interpretation, sondern geht klar aus dem Gesprächsprotokoll hervor, dessen Authentizität von Bundeswehrkennern eingeräumt wird. Zitat (tagesschau.de): „Bundeswehr-Insider teilten dem ZDF mit, dass sie den Mitschnitt für authentisch halten, können ihn jedoch nicht verifizieren.“ So führte Generalleutnant Ingo Gerhartz unter anderem aus, Zitat: „Wir wissen doch alle, dass sie (die Ukrainer) die Brücke rausnehmen wollen. Das ist klar, wir wissen auch, was es letztlich bedeutet. Dann ist die Versorgung gefährdet, die gute Insel da, ja das Herzstück, nicht nur militärisch ist sie wichtig, auch politisch. Jetzt nicht mehr ganz so fatal, wo sie ja quasi ihre Landbrücke mehr oder weniger dahin haben. Und da hat man dann eben Angst, wenn der direkte Link unserer Streitkräfte in die Ukraine geht. Und da wäre dann halt immer die Frage, kann man den Krieg pullen, dass man unsere Leute abstellt zur MBDA. Dass nur ’ne direct line zwischen der MBDA und der Ukraine ist. Dann ist es weniger schlimm wie wenn die direct line unserer Luftwaffe zu finden ist.“ Ob die Transkription nun im Detail vollkommen korrekt ist, sei dahingestellt, aber die deutsche Unterstützung für einen solchen Anschlag und deren Verschleierung geht aus dem Gespräch klar hervor. MBDA Deutschland ist neben Saab Entwickler und Hersteller der deutsch-schwedischen Taurus-Marschflugkörper.
Nun ist der Schaden für die deutsch-russischen Beziehungen auch ohne diese neuen Enthüllungen inzwischen kaum mehr zu beheben, aber ich frage mich, ob sich die Beteiligten darüber klar sind, welche Konsequenzen die praktische Umsetzung ihrer Planungen haben könnte? Da geht es nicht mehr um diplomatischen Flurschaden, sondern knallhart um Krieg oder Frieden und zwar nicht in der fernen Ukraine, sondern im Eskalationsfall auch hierzulande. Die Herren Luftwaffenoffiziere gefährden mit ihren Planspielen nicht nur die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland, was schon schlimm genug ist, sondern sie sind auch noch unfähig und dilettantisch genug, sich dabei abhören zu lassen und damit eine außenpolitische Krise auszulösen, deren Konsequenzen noch nicht absehbar sind.
Zumindest der Bundeskanzler scheint inzwischen den Ernst der Lage begriffen zu haben, wenn er zum Thema äußert „Das, was dort berichtet wird, ist eine sehr ernste Angelegenheit. Und deshalb wird das jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt – und das ist auch notwendig.“
Wie weit diese Aufklärung gehen wird und welche Konsequenzen daraus gezogen werden, bleibt abzuwarten. Der Bundeskanzler wird in jedem Fall entscheiden müssen, ob er seinem Amtseid, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden will, folgen will oder ob er den Forderungen von Rüstungslobbyisten, unterbelichteten Ostlandreitern und verantwortungslosen Medien nachgibt, deren Interessen gewiss nicht die unseres Landes und seiner Bevölkerung sind. Es ist in jedem Fall ein Spiel mit dem Feuer…
Dieser Beitrag erschien zuerst auf PHILOSOPHIA PERENNIS, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERSTION
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